Vorbereitung auf den Gutachterbesuch bei Insolvenz

Vorbereitung auf den Gutachterbesuch bei Insolvenz

Part I. geplante Fortführung des Betriebs. Bestandsaufnahme für das Gutachten

Befindet sich eine Firma in Insolvenz, können die bevorstehenden Maßnahmen zu einer Herausforderung für die Geschäftsleitung werden. Die Fortführung des Betriebs nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfordert mehrere bedeutsame Schritte. Ein zentraler Punkt ist dabei die Inventarisierung und Wertermittlung des Anlagevermögens – ein wichtiger Prozess für alle weiteren Vorgänge.

Bei einer Bestandsaufnahme gibt es jede Menge Fragen, die am besten im Vorfeld geklärt werden sollten. Wir haben für Sie eine kleine Anleitung verfasst, damit Sie sich auf diese Aktion vorbereiten und alle nötigen Maßnahmen entspannt einplanen können.

Der Gutachter kommt. Was soll man tun?

Ein Gutachter kommt nicht unangemeldet. Zuerst erfolgt eine telefonische Terminvereinbarung, anschließend bekommen Sie ein Bestätigungsschreiben mit folgenden Angaben:

  • In wessen Auftrag erfolgt die Inventarisierung (Insolvenzverwalter)?
  • Wer kommt für die Bestandsaufnahme und wann?
  • Eine Aufzählung der von uns benötigten Unterlagen, die Sie idealerweise bereit halten

Unser Gutachter bringt einen Vordruck der zu jedem Gutachten gehörenden Vollständigkeitserklärung mit, den Sie alternativ auch hier herunterladen können.

Wie verläuft eine Bestandsaufnahme durch die Proventura GmbH?

Nach dem Händeschütteln und einem kurzen Smalltalk über die aktuelle Situation und den Zukunftsplänen nehmen wir die von Ihnen vorbereiteten Anlagespiegel, Finanzierungs-, Leasing-, Miet- und Sicherungsübereignungsverträge etc. entgegen. Anschließend erfolgt ein gemeinsamer Rundgang durch die Räumlichkeiten, damit unser Gutachter einen ersten Eindruck über den Betrieb gewinnt. Gegebenenfalls wird dabei der Gutachter in den einzelnen Bereichen kurz dem jeweiligen Bereichsleiter vorgestellt, um Unsicherheiten zu vermeiden. Hierbei tauchen oft zusätzliche Fragen zu wertbeinflussenden Faktoren wie Mehrschichtbetrieb, bekanntem Reparaturbedarf, durchgeführten Überholungen etc. auf. Eine Zusammenarbeit ist für alle Beteiligten vorteilhaft.

Nachdem alle Fragen beantwortet oder zu späteren Klärung aufgenommen sind, führen wir unsere Arbeit selbstständig fort.




Gutachterbesuch bei Insolvenz

Wir vergleichen die Einträge im Anlagenspiegel mit dem tatsächlichen Bestand, fotografieren jeden Gegenstand, machen uns Notizen über den technischen Zustand. Anschließend besprechen wir mit Ihnen mögliche Abweichungen oder Unklarheiten. Zur Routine gehört dabei die Klärung der folgenden Punkte:

  • Fehlende Posten aus dem Anlagespiegel
  • Werthaltige Gegenstände, die sich de facto im Betrieb befinden, jedoch in Anlagespiegel nicht aufgeführt sind
  • Bewegliche Objekte (z. B. Werkzeuge, Fahrzeuge, Laptops etc.), die zur Zeit auswärts im Einsatz z. B. bei Außendienstmitarbeitern oder auf Baustellen sind

Zum Schluss wird die Anfangs erwähnte Vollständigkeitserklärung ausgefüllt und unterschrieben, sowie evtl. nachzureichende Unterlagen oder Informationen vermerkt.

Nachdem wir unsere Arbeit vor Ort abgeschlossen haben, werden die gesammelten Dokumente sorgfältig bearbeitet, um später im Büro den Liquidations- und Fortführungswert zu ermitteln.

Part II. Die Rettung des Betriebs ist misslungen. Erneute Bestandsaufnahme

Ist die Rettung des Betriebs nicht geglückt und eine Versteigerung steht bevor, so muss die Bestandsaufnahme erneut durchgeführt werden.

In diesem Fall haben wir unser Gutachten zur Hand und arbeiten die früher erfassten Positionen ab, um mögliche Bestandsveränderungen zu ermitteln. Außerdem gehen wir tiefer in die Details z. B. in puncto Zubehör und Betriebsanleitungen, erweitern unsere Notizen und die Fotodokumentation und führen sichere Datenlöschungen durch. Später entstehen aus diesem Material Auktionsunterlagen und Kataloge.